Auf den Steigen unserer Großväter
St. Hohann - Trippachtal - Kegelgassl -St. Johann
Gehzeit: 5 - 6 Stunden, 1091 Höhenmeter (mittelschwere Wanderung)
Ausrüstung: Wanderschuhe, ausreichend warme Kleidung, Regenschutz.
Wegverlauf: St. Johann (1018 m) - Weg Nr.19 oder 10 - Hofer Paul Unterhütten (1628 m) - Jausestation Kegelgassl (2109 m)
Wegbeschreibung:
Vor 50 Jahren mussten die Bauern noch mit Kühen, Schafen und Ziegen die Almen aufsuchen, um die letzten Gräser auf Hochweiden für die Existenz der Familie zu nützen. Drei bis vier Monate verbrachten Hirten und Senner in den einfachen Hütten in luftiger Höhe, verarbeiteten Milch zu Butter und Graukäse, sammelten das duftende Heu der Bergmähder, das Tagwerk war anstrengend und lang. Trotzdem empfand man das Almleben als gesund und schön, in den Volksliedern klingt die Nostalgie heute noch nach.
Wir nähern uns dieser Bergwelt etwas leichter, wenn wir von St. Johann die Bergstraßen bis zur kleinen Parkfläche am Rußbach (beim Schranken der beginnenden Forststraße) oder bei den Trippachhöfen (Hinweisschild "Kegelgassl") mit dem eigenen Wagen zurücklegen. Von dort führt der Weg Nr.19 leicht ansteigend ins Trippachtal, Nr.10 hingegen streift flach den oberen Rand der Felder entlang, überquert das rauschende Wasser des Trippbaches und führen dann vereint zum Wasserfall. Der kleine Abstecher dorthin lohnt sich, für Auge und Ohr gibt es im kurzen Verweilen faszinierende Empfindungen. Nun weist der alte Almweg steil bergan, es heißt langsamer gehen, dafür kann das Auge für eine Vielfalt an Blumen geschärft werden. Die Hofer Paul Unterhütte (1628 m) ist bald erreicht, die schöne Holzhütte ist eine Jausestation geworden, schmiegt sich aber elegant in die intakte Landschaft. Es geht weiter steil bergan, bis eine neu angelegte Forststraße unseren Steig mehrmals kreuzt. Man erahnt bei genauerem Hinsehen noch die Blütenpracht der Magerwiesen, die mit der intensiven Düngung wohl bald verschwinden wird. Almlandschaften im Wandel der Zeit: Auch die Hütten werden renoviert oder neu gebaut, Tradition und Fortschritt stehen in starkem Gegensatz.
Ab der Paul-Hofer-Hütte begleiten uns dunkle Latschenkiefern, der Duft des Harzes füllt unsere Lungen, die Jausestation Kegelgassl (2109 m) ist aber schon in Sicht. Der Gedanke, dass unsere Großväter noch alles auf dem Rücken herauf getragen haben, lässt uns den letzten Anstieg leichter nehmen. Umso angenehmer ist dann die Rast in der Stube, wo Speise und Trank auf uns warten.
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